Tonerkartuschen-Kunststoffe im Kreislauf
Close the Loop liefert recyceltes HIPS aus Tonerkartuschen an ETRIA und etabliert Kreislaufwirtschaft für Hightech-Kunststoffe in Europa.

Close the Loop liefert recyceltes HIPS aus Tonerkartuschen an ETRIA und etabliert Kreislaufwirtschaft für Hightech-Kunststoffe in Europa.

Die Studie „Treibhausgas-Szenarien für die langfristige Budgetprognose 2025" des österreichischen Umweltbundesamtes 2025 zeigen deutlich: Österreich wird selbst bei zusätzlichen Maßnahmen seine Klimaziele bis 2030 voraussichtlich verfehlen.

Elektroaltgeräte sind ein Quell des Ärgers: Die Mengen nehmen stetig zu, das ohnehin schon komplexe Recycling wird durch Designentwicklungen erschwert und mit jeder neuen Batterie droht Brandgefahr. Daher schlägt Recycling Europe in der „EU Recyclers' Roadmap: For a circular & future-proof e-waste sector" sechs Maßnahmen vor, mit denen es besser werden soll.

E-Schrott zählt zu den wertstoffreichsten, zugleich aber technisch anspruchsvollsten Abfallströmen welt-weit. Angesichts steigender Rohstoffpreise, wachsender Mengen und verschärfter Umweltanforderungen geraten klassische, chemikalien-intensive Recyclingverfahren zunehmend unter Druck. Reagenzienfreie Technologien, die auf physikalischen Trennprinzipien basieren, versprechen höhere Energieeffizienz, geringere Emissionen und neue Wege in der urbanen Rohstoffgewinnung. Die Studie „Review of Rea-gent-Free Electronic Waste Recycling: Technology, Energy, Materials and Spatial Effects" von Wissen-schaftler*innen aus Kasachstan und Kroatien analysiert den Stand der Technik und bewertet industrielle Perspektiven. Die Studie wurde in „Recycling" veröffentlicht.

Knapp 380 Teilnehmer konnte der Schweizer Recyclingkongress 2026 verzeichnen, der Ende Januar von Swiss Recycle und SVKI veranstaltet wurde. Neben der Revision des Umwelt-schutzgesetzes (USG) und der Vorbereitung zur Wiederverwendung von Elektrogeräten stand auch der Einsatz von künstlicher Intelligenz in der Recyclingbranche im Fokus.

Steigende Abfallmengen, ambitionierte Recyclingquoten und wachsender Kostendruck stellen Kommunen und Entsorgungsunternehmen vor grundlegende Herausforderungen. Künstliche Intelligenz und das Internet der Dinge eröffnen neue Wege, Sammlung, Sortierung und Stoffstromsteuerung effizienter, transparenter und nachhaltiger zu gestalten. Die Studie „Revolutionizing urban solid waste management with AI and IoT: A review of smart solutions for waste collection, sorting, and recycling" eines saudi-arabischen Wissenschaftlers zeigt, wie sich digitale Systeme vom technologischen Zusatznutzen zum strategischen Schlüssel für die Kreislaufwirt-schaft entwickeln können.

Die Automobilindustrie steht im Zentrum der europäischen Bemühungen, Res-sourcenkreisläufe zu schließen und den Übergang zu einer zirkulären Wirtschaft voranzutreiben. Die Studie „Increasing plastic circularity in the automotive sector: Supply chain analysis and policy options from the European Union (EU)" von Wis-senschaftler*innen aus Italien und den Niederlanden hat die Kunststoffzirkulari-tät im Automobilsektor untersucht. Dabei fokussiert sie sich auf die Treiber und Hürden des Recyclings. Die Studie wurde in „Resources, Conservation & Recyc-ling" veröffentlicht.

Und wieder einmal will die EU Dinge beschleunigen. Diesmal soll es mit dem „Industrial Ac-celerator Act" um ausgewählte industrielle Sektoren gehen. Dabei stehen vor allem die öffent-liche Beschaffung und Genehmigungsverfahren im Fokus.

Wo steht Deutschland in Sachen Kreislaufwirtschaft und wie sieht es mit den europäischen Zielen aus? Die Studie „Kreislaufwirtschafts-Strategien der EU und Deutschlands im Ver-gleich" der Bertelsmann-Stiftung hat den Status quo in Deutschland untersucht. Außer-dem wurde geprüft, ob die deutschen Ziele denen der EU entsprechen.

Digitalisierung und KI gewinnen zunehmend an Bedeutung, spielen gerade in KMUs aber noch keine wichtige Rolle. Trotzdem - oder vielleicht auch gerade deshalb - war die Teilnahme am bvse Digital Summit sehr rege. Im Mittelpunkt standen Anwendungsbeispiele, die heute schon in Unternehmen zum Einsatz kommen.

Die erweiterte Herstellerverantwortung gilt als Rückgrat der europäischen Recyclingpolitik. Doch wäh-rend Sammel- und Verwertungsquoten steigen, wachsen die Abfallmengen weiter, während Wiederver-wendung sowie Reparatur strukturell unterfinanziert bleiben. Im Rahmen des geplanten Circular Econo-my Act schlägt Zero Waste Europe in dem Policy-Brief „Extended Producer Responsibility (EPR) for waste reduction" eine grundlegende Neuausrichtung der erweiterten Herstellerverantwortung vor.

Das Institut der deutschen Wirtschaft hat im Vorfeld der geplanten Landeskreislaufwirtschaftsstrategie in NRW in dem Bericht „Vom Anspruch zur Umsetzung: Kreislaufwirtschaft in NRW" eine Bestandsaufnahme vorge-nommen und Handlungsempfehlungen abgeleitet.

Die Elektrifizierung des Antriebsstrangs verändert nicht nur Fahrzeugkonzepte, sondern auch Geschäfts-modelle im Automobilhandel. Ein Beispiel dafür ist das Autohaus Lueg, das ein neues Geschäftsfeld im Bereich Lithium-Ionen-Batterien aufgebaut hat. Am sächsischen Standort Bernsdorf betreibt die Gruppe heute eine Anlage zur Entladung und Demontage von Traktionsbatterien.

Digitale Produktpässe gelten als Schlüsselinstrument zur Förderung von Transparenz, Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft in globalen Wertschöpfungsketten. Insbesondere im Bereich kritischer Rohstoffe für Batterien sollen sie regulatorische Fragmentierung überwinden und verlässliche Informationen über Herkunft, Verarbeitung und Weiterverwendung bereitstellen. Ihre grenzüberschreitende Umsetzung wirft jedoch erhebliche rechtliche Fragen auf. Das Whitepaper „Digital Product Passports and Critical Raw Materials for Batteries: Legal Conflicts and Prin-ciples for Cross-Border Cooperation" von UNECE analysiert die zentralen rechtlichen Konfliktfelder bei der Implementierung digitaler Produktpässe in globalen CRM-Batterie-Wertschöpfungsketten und entwickelt Prinzipien für eine international koordinierte rechtliche Rahmensetzung.

Die Kreislaufwirtschaft gilt als zentraler Hebel für Klimaschutz, Rohstoffsicherheit und industrielle Wett-bewerbsfähigkeit in Europa. Mit dem geplanten Circular Economy Act will die EU den Übergang zu zirku-lären Wertschöpfungssystemen weiter beschleunigen.

Die Transformation hin zu einer ressourceneffizienten und klimaneutralen Wirtschaft entscheidet sich im Mittelstand. Gerade Unternehmen aus Recycling-, Entsorgungs-, Logistik- und verarbeitenden Branchen stehen an der Schnittstelle von Klimaschutz und industrieller Wertschöpfung.

Die Kreislaufwirtschaft steht vor einem technologischen Wendepunkt. Steigende Stoffstrommengen, anspruchsvollere Materialverbunde und ambitionierte Recyclingziele erfordern neue Lösungen jenseits klassischer Prozessoptimierung. Künstliche Intelligenz entwickelt sich dabei vom Innovationsversprechen zum operativen Werkzeug - in Sortieranlagen, Logistiksystemen und bereits im Produktdesign. Die Studie „Leveraging artificial intelligence for economic development: Innovations in Circular Economy and waste reduction strategies" von Wissenschaftlern aus Usbekistan zeigt, wie datenbasierte Technologien die Entsorgungs- und Recyclingwirtschaft transformieren, welche wirtschaftlichen und ökologischen Effekte realistisch sind und welche strategischen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Implementierung erfüllt sein müssen.

Digitale Zwillinge gelten als Schlüsseltechnologie von Industrie 4.0. Doch ihr Potenzial reicht weit über Effizienzsteigerungen in der Produktion hinaus. Als datenbasierte Abbildung von Produkten und Prozessen können sie die Transparenz schaffen, die für geschlossene Stoffkreisläufe erforderlich ist. Wissenschaftlerinnen der Uni Köln zeigen in dem Beitrag „Digital twins as enablers for circular economy development in the context of Industry 4.0", wie digitale Zwillinge und digitale Produktpässe das Recycling verändern können und welche wirtschaftlichen Chancen sich daraus ergeben. Der Beitrag wurde in der „Zeitschrift für angewandte Organisationspsychologie" veröffentlicht.